22.07.2026

Was bedeutet Männlichkeit? – Dialog für zugewanderte Männer

Gemeinwesenarbeit setzt Workshop mit Kooperationspartner FiM e.V. zu Migrationserfahrungen, Integration, Gleichberechtigung, Menschenrechten und Gewaltfreiheit fort

Die städtische Gemeinwesenarbeit und FiM e.V. (Frauenrecht ist Menschenrecht) kooperieren bereits seit vielen Jahren. In den vergangenen Jahren fanden bereits geschlechtsspezifische Veranstaltungen für Frauen und Männer statt. Dazu gehörten auch Workshop-Reihen des Projekts „man. männlich, anders, neu. Gemeinsam für Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit“ von FiM e.V. für Männer mit Migrationserfahrung.

Dieses Angebot wird nun erneut aufgelegt. Zum Auftakt sind am Donnerstag, 30. Juli 2026, von 17 bis 19 Uhr darisprachige Männer in den Treffpunkt Degerfeld eingeladen. Gemeinsam mit muttersprachlichen Multiplikatoren tauschen sie sich über männliche Rollenbilder, Gleichberechtigung, Migrationserfahrungen und ihre Rolle in einer demokratischen Gesellschaft aus.

Wie können Integration und gesellschaftliche Teilhabe in Deutschland gelingen? Vor welchen Herausforderungen stehen zugewanderte Familien und Männer?

Muttersprachliche Vermittler bieten den Teilnehmern einen geschützten Raum, sich mit den Werten und Normen ihrer eigenen Biografie sowie der deutschen Gesellschaft auseinanderzusetzen. Dabei kommen kreative Methoden der Theaterpädagogik zum Einsatz, die eine niedrigschwellige und persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Männlichkeit auf Augenhöhe ermöglichen.

Die Reflexion und Weiterentwicklung von Männlichkeitsbildern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wie wird Männlichkeit heute neu gedacht? Welche Voraussetzungen braucht eine gleichberechtigte Teilhabe aller Geschlechter? Ziel der Dialogformate ist es, zugewanderte Menschen bei ihrer gesellschaftlichen Teilhabe zu unterstützen und die Auseinandersetzung mit Werten, Normen und Rollenbildern zu fördern.

Die Gemeinwesenarbeit Butzbach leistet gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner einen niedrigschwelligen Beitrag zur Integration in der Einwanderungsgesellschaft. Sie verfolgt dabei einen multidimensionalen Ansatz, um ein menschenrechtsbasiertes Zusammenleben zu fördern und Menschen zu stärken.

Eine besondere Herausforderung liegt im Zusammenleben der Geschlechter und im Umgang mit problematischen Männlichkeitsbildern. Dieses Thema betrifft alle Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten – auch im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt. Die Netzwerkarbeit bietet hierfür Unterstützung, unter anderem durch Dialogveranstaltungen für Männer sowie Beratungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen in Kooperation mit „Frauen helfen Frauen Wetterau“. Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle bieten hierfür einmal im Monat eine offene Sprechstunde im Treffpunkt Degerfeld an. Das nächste Angebot findet am Mittwoch, 29. Juli, von 9.30 bis 11.30 Uhr statt.

Mit ihrer Arbeit setzt sich die Gemeinwesenarbeit für ein respektvolles Zusammenleben und die Stärkung einer menschenrechtsbasierten Gesellschaft ein. Finanziert wird sie aus Mitteln des Hessischen Sozialministeriums und der Stadt Butzbach.