Ein besonderer archäologischer Fund ist ab sofort in der Dauerausstellung des Butzbacher Museums zu sehen.
Die linke römische Wangenklappe, ursprünglich Teil eines Reiterhelms, war einst von einem Spaziergänger in der Nähe des Dutenhofener Sees bei Gießen gefunden worden. Weil ihr Erhaltungszustand außergewöhnlich gut ist, war sie nicht auf Anhieb als archäologisches Fundstück von besonderer Bedeutung zu erkennen und wurde als Kuriosum gut verwahrt und weggelegt. Bei einem beruflichen Zusammentreffen mit der Kreisarchäologie des Wetteraukreises legte der Schwiegersohn des Finders das Fundstück vor einiger Zeit dem Kreisarchäologen vor, der es als Original erkannte. Die wissenschaftliche Bearbeitung erbrachte dann eine kleine Sensation: Auch das rechte Gegenstück war vor langer Zeit privat gefunden und ebenfalls Archäologen übergeben worden, führte damals allerdings auf eine falsche Spur der Datierung und Herkunft. Das Auftauchen der linken Klappe zeigt nun, dass es sich um einen Helm des 2. bis 3. Jahrhunderts nach Christus handelt und der römische Reiter wahrscheinlich aus dem Butzbacher Kastell kam.
Die außergewöhnliche Fundgeschichte beider Stücke wird in einer Ausgabe der kommenden Butzbacher Geschichtsblätter zu lesen sein. Die linke Wangenklappe ist nun als Schenkung in den Besitz des Butzbacher Museums übergegangen und bereichert die römische Abteilung. Ein großer Dank gilt dem Finder und dessen Familie, denn nur durch den umsichtigen Umgang und die gut geschützte Aufbewahrung des Fundstücks sowie dem Zeigen und Übergeben an die Kreisarchäologie konnte ein historisches Puzzlestück an den ihm zugehörigen Platz gelegt werden.
Das Museum in der Färbgasse 16 ist Mittwoch von 14:30 bis 19:30 Uhr, Freitag bis Sonntag von 14:00 bis 17:00 Uhr sowie Sonntagvormittag von 10:00 bis 12:00 Uhr geöffnet.

