Im Rahmen der geplanten barrierefreien Erschließung des Ensembles aus Michaeliskapelle und Mehlwiegehäuschen wurden im Rahmen einer Mehrfachvergabe an Fachbüros unterschiedliche Lösungsansätze erarbeitet, wobei ein Entwurf Funktionalität, Denkmalschutz und städtebauliche Sensibilität in besonderer Weise vereinen konnte.
Der Beitrag des Architekturbüros Dipl.-Ing. Stephan Dreier stellt eine durchdachte und zugleich zurückhaltende Lösung dar, die den historischen Bestand respektiert und stärkt.

Kern des Entwurfs ist eine zentrale barrierefreie Erschließung des denkmalgeschützten Ensembles über das Mehlwiegehäuschen. Hier wird ein Aufzug integriert, der alle relevanten Ebenen beider Gebäude erschließt. Dadurch können sowohl die Michaeliskapelle als auch das Mehlwiegehäuschen komfortabel und vollständig barrierefrei erreicht werden.
Ein wesentliches Merkmal des Konzepts ist der sensible Umgang mit der historischen Bausubstanz. Die Michaeliskapelle bleibt in ihrer äußeren Erscheinung nahezu unverändert. Notwendige Eingriffe beschränken sich auf wenige, gezielt gesetzte Maßnahmen im Inneren. Besonders hervorzuheben ist der Erhalt der historischen Treppe: Diese wird zurückgebaut und anschließend denkmalgerecht wiederaufgebaut. Die Frontansicht der Fassade wird somit beibehalten und im Wesentlichen nicht verändert.

Städtebaulich fügt sich der Entwurf gut in die Umgebung ein. Die barrierefreie Erschließung erfolgt im rückwärtigen Bereich des Ensembles, sodass prägende Sichtachsen und das historische Erscheinungsbild der Altstadt gewahrt bleiben. Gleichzeitig entsteht eine klar definierte Eingangssituation, die Besucherinnen und Besucher intuitiv in das Ensemble führt.
Insgesamt zeigt der Entwurf des Architekturbüros Dreier, wie eine moderne, barrierefreie Nutzung historischer Gebäude im Einklang mit den Anforderungen des Denkmalschutzes realisiert werden kann – zurückhaltend im Ausdruck, klar in der Funktion und nachhaltig in der Umsetzung.
Dieser Entwurf wurde seitens der Fachjury, die die Mehrfachvergabe zur barrierefreien Erschließung begleitet hat, klar favorisiert. Der Magistrat der Stadt Butzbach hat die weitere Umsetzung der ISEK-Entwicklungsmaßnahme Michaeliskapelle/ Mehlwiegehäuschens unter Berücksichtigung des Entwurfs des Architekturbüros Dreier beschlossen.
Weitere detaillierte Informationen werden am Tag der Städtebauförderung am 9. Mai 2026, ab 12 Uhr in einer öffentlichen Info-Veranstaltung an der Michaeliskapelle vorgestellt (Infos zur Veranstaltung finden sich unter butzbach-bewegen.de/innenstadt).
Die Entwicklung der Michaeliskapelle und des Mehlwiegehäuschens werden im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren“ gemäß des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) gefördert.

Auf dem Foto zu sehen, das Fachplenum und das Fachbüros vor der Michaeliskapelle.
Von links nach rechts: Bürgermeister Sascha Huber (Stadt Butzbach), Hr. Lambrecht (Stadtverwaltung), Hr. Hoffmann (Stadtverwaltung), Fr. Stahl (Altstadtfreunde), Herr Wiegand (Markus-Gemeinde), Fr. Geier (Stadtverwaltung), Herr Pankratz (Pankratz + Partner), Fr. Dr. Soboth (Innenstadtmanagement), Fr. Pankratz (Pankratz + Partner), Fr. Röder (MVP), Hr. Degener (MVP), Praktikantin Architekturbüro Dreier), Hr. Dreier (Architekturbüro Dreier), Fr. Hafeneger (Architekturbüro Dreier), Fr. Dr. Bruś (LfDH), Hr. Roskoni (Wetteraukreis, UD). Foto: Stadt Butzbach, C. Häuser.
