Anlässlich des jüdischen Lichterfestes Chanukka sind im Butzbacher Rathaus feierlich Kerzen entzündet worden. Der Ratsherrensaal, in dem die Zeremonie stattfand, diente früher der jüdischen Gemeinde als Gebetsraum an Schabbat und Feiertagen. Chanukka ist ein Fest des Lichts und der Hoffnung.
Bürgermeister Sascha Huber begrüßte die Anwesenden zur Chanukka-Feierstunde, die im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ organisiert wurde. Angesichts aktueller Ereignisse, wie dem Anschlag in Sydney, betonte er, dass auch heute Jüdinnen und Juden unseren Beistand brauchen. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen Unsicherheiten und Herausforderungen uns manchmal überwältigen können, erinnert uns das Licht einer Kerze daran, dass Hoffnung und Wärme nie weit entfernt sind, fügte Bürgermeister Huber hinzu.
Dekan Guth äußerte sich ebenfalls besorgt über die jüngsten Ereignisse in Australien und wies darauf hin, dass der Anschlag in Sydney einen Schatten über Menschen jüdischen Glaubens wirft, aber auch Nicht-Jüdinnen und Nicht-Juden tief betroffen macht. Er kritisierte die teils offenen und heimlichen antisemitischen Reaktionen auf die Tragödie, die die moralische Verwahrlosung unserer Zeit widerspiegeln. „Hoffnung ist die Weise, in Gottes Zukunft verwurzelt zu leben. Das verbindet besonders Juden und Christen miteinander. Und wer so hofft, gibt die Welt nicht preis, sondern bleibt fähig, zu trösten, zu kämpfen und solidarisch zu sein und zu handeln“, führte Guth weiter aus.
Im Rahmen der Feier erinnerte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, Manfred de Vries, an den historischen Hintergrund des Chanukka-Festes und die Befreiung der Juden im Jahr 164 v. Chr. von der Regentschaft der Hellenisten. „Das Licht symbolisiert die Freiheit – damals wie heute“, erklärte er. Die große Anzahl der Anwesenden gibt ihm Hoffnung, dass die Unterstützung für das jüdische Leben weiterwächst, trotz der Zunahme antisemitischer Vorfälle in Deutschland.
Die Kerzen auf dem Chanukka-Leuchter wurden feierlich entzündet, begleitet vom traditionellen Segensspruch. Die Feier wurde mit dem Genuss von 40 koscheren Kreppeln aus Berlin abgerundet.


