Im Rahmen des hessischen Dorfentwicklungsprogramms plant die Stadt Butzbach die Gestaltung und Umsetzung eines Mehrgenerationen(spiel)platzes im Stadtteil Bodenrod. Das Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zur Kirche und bietet mit seinem vorhandenen Baumbestand eine attraktive Grundlage für eine gemeinschaftlich nutzbare, naturnahe Freifläche.
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger
Die Stadt Butzbach legt bei der Planung besonderen Wert auf Beteiligung und Mitsprache der Menschen vor Ort. Ein begleitender Beteiligungsprozess wird Kinder, Jugendliche, Familien und Seniorinnen und Senioren aktiv einbeziehen. Ziel ist es, gemeinsam Ideen und Wünsche zu sammeln, um einen Ort zu schaffen, der den Bedürfnissen aller Generationen gerecht wird. „Wir möchten diesen Platz mit den Menschen für die Menschen entwickeln“, betont Bürgermeister Sascha Huber. Am 29. September 2025 fand dazu ein Workshop direkt auf dem künftigen Gelände des Mehrgenerationenplatzes statt. Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, das Areal gemeinsam zu erkunden, sich ein Gefühl für die Topographie und die vorhandenen Strukturen zu verschaffen und erste Ideen zur Nutzung und Gestaltung zu entwickeln.
Im Austausch vor Ort wurden Wünsche und Anregungen für verschiedene Altersgruppen gesammelt – etwa zu Aufenthaltsbereichen, barrierefreien Wegen, naturnahen Spielangeboten und ruhigen Zonen für Begegnung. Die Atmosphäre auf der Fläche half den Beteiligten, die besonderen Qualitäten des Geländes unmittelbar zu erleben und konkrete Vorstellungen für die künftige Gestaltung zu formulieren.
In einem eigens für junge Menschen konzipierten Workshop am 20. Oktober 2025 konnten Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen einbringen. Dabei wurden zahlreiche Anregungen gesammelt – von klassischen Spielgeräten über Bewegungsangebote wie Kletter- und Balanciermöglichkeiten bis hin zu Rückzugs- und Aufenthaltsbereichen, die besonders bei älteren Kindern und Jugendlichen gefragt sind. Auch ökologische Aspekte wie naturnahe Materialien, Schattenbereiche und Treffpunkte unter Bäumen spielten in den Diskussionen eine Rolle.
„Gerade die junge Generation ist es, die solche Orte täglich nutzt. Ihre Perspektive ist daher für die Gestaltung entscheidend“, erklärt Bürgermeister Huber. Die Ergebnisse aus dem Workshop fließen direkt in die weitere Planung des Platzes ein und werden mit den Wünschen anderer Bevölkerungsgruppen zusammengeführt.
Planung unter Berücksichtigung von Topographie und Barrierefreiheit
Die Besonderheiten des Geländes werden bei der Planung bewusst mitgedacht. Die Topographie der Fläche soll genutzt und nicht nivelliert werden, sodass naturnahe Räume und abwechslungsreiche Bewegungsmöglichkeiten entstehen können. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer barrierefreien Erschließung und Zuwegung, um die Fläche für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ebenso zugänglich zu machen wie für Familien mit Kinderwagen oder ältere Bürgerinnen und Bürger.
Zonierung und Nutzung für verschiedene Altersgruppen
Ein durchdachtes Zonierungskonzept könnte unterschiedliche Nutzungsbereiche ermöglichen: Spiel- und Bewegungsflächen für Kinder und Jugendliche, Ruhezonen und Aufenthaltsbereiche für Erwachsene und ältere Menschen sowie gemeinschaftliche Treffpunkte für Begegnung. Der vorhandene Baumbestand wird in die Planung integriert und bietet natürliche Beschattung sowie Aufenthaltsqualität an heißen Sommertagen.
Gestaltung mit Kneipp-Prinzipien
Ein besonderes Gestaltungselement soll die Integration von Elementen aus der Lehre von Sebastian Kneipp sein. Dabei können naturnahe Aufenthaltsbereiche sowie Angebote zur Bewegung, Entspannung und Sinneswahrnehmung entstehen. Diese Maßnahmen fördern nicht nur Gesundheit und Wohlbefinden, sondern schaffen zusätzlich niedrigschwellige Bewegungsangebote für Menschen aller Altersgruppen und stärken den Charakter der Anlage als Ort für Begegnung und Prävention.
Ausblick
In den kommenden Monaten wird die Stadt Butzbach die Erkenntnisse aus den Workshops und Ortsterminen auswerten. Der zuständige Fachdienst erarbeitet daraufhin ein Nutzungskonzept, welches als Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln dient. Wenn die nächsten Schritte der Planung vollzogen werden, lädt die Stadt Butzbach erneut zur Beteiligung ein. Dann sind alle Bürgerinnen und Bürger von Bodenrod wieder herzlich aufgefordert, ihre Ideen und Anregungen einzubringen.


