11.03.2026

Neubau: Rechenzentrum in Butzbach

In Butzbach soll ein neues Rechenzentrum im Gewerbe- und Industriegebiet Nord entstehen. Die Überlegungen befinden sich in einer frühen Planungsphase, wobei das gesamte Projekt mit mehreren Partnern durchgeführt werden soll. Die Beteiligten trafen sich am vergangenen Freitag, um die Projektidee vorzustellen und gemeinsam mit Butzbachs Bürgermeister Sascha Huber über die Möglichkeiten der Nutzung digitaler Ressourcen zu sprechen. Die Investorengespräche für das zukunftsweisende Projekt sind dazu bereits fortgeschritten.

Als wichtiger Partner für die Stromerzeugung vor Ort bringt sich die RheinEnergie AG ein. Der deutschlandweit tätige Energiedienstleister wird dafür sorgen, dass die notwendigen Energieressourcen für den Betrieb eines Rechenzentrums zur Verfügung stehen. In einer ersten Ausbaustufe sind bis zu 10 MW elektrische Leistung erforderlich. Die infrastrukturellen Voraussetzungen sollen mit weiteren Partnern umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang kommt die EVB Butzbach als kommunaler Partner ins Spiel, wobei perspektivisch Kooperationsmöglichkeiten sowie gemeinsame Geschäftsfelder in Betracht kommen sollen.

Nach ersten Einschätzungen werden am Standort für das Rechenzentrum eine mittlere zweistellige Zahl an qualifizierten Arbeitsplätzen entstehen. Die ersten Bauarbeiten werden aufgrund der Planungen und Abstimmungen bereits in den nächsten Jahren zeitnah beginnen. Wie bei Rechenzentrumsentwicklungen üblich, würde mit einer Grundversion gestartet, die bei zunehmender Kapazitätsnachfrage Erweiterungsmöglichkeiten erfahren würde.

Rechenzentren gelten als das Herzstück einer digitalen Transformation. Das neue Rechenzentrum wird dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen zu sichern und zur Standortattraktivität beizutragen. Es ist ein wichtiger Baustein in der Stadt und steht für Innovation. In unmittelbarer Nähe zu Butzbach befindet sich ein leistungsfähiger Knotenpunkt. Die Entscheidung für den Bau eines Rechenzentrums in Butzbach ist insofern nur folgerichtig.

Mit dem Bau eines neuen Rechenzentrums folgt man den Zielen des aktuellen Koalitionsvertrags von CDU und SPD im Bund, der Rechenzentren als Schlüssel-Infrastruktur definiert und deren Errichtung ausdrücklich priorisiert wird, um damit digitale Souveränität zu erlangen.

 „Digitale Infrastruktur gehört zu den zentralen Zukunftsthemen für Städte und Regionen. Uns ist wichtig, frühzeitig und transparent über solche Überlegungen zu informieren und gemeinsam mit starken Partnern zu agieren, um Chancen für Butzbach zu nutzen. Wenn es gelingt, die notwendige Infrastruktur am Standort zu realisieren, sehe ich neben zusätzlichen Arbeitsplatzen einen wichtigen Impuls für die Entwicklung unseres Gewerbe- und Industriegebietes Nord“ betont Bürgermeister Sascha Huber.

Neben den wirtschaftlichen Perspektiven spielen auch energie- und klimapolitische Aspekte eine Rolle in den Überlegungen. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wird derzeit unter anderem betrachtet, wie Energie- und Abwärmepotentiale eines Rechenzentrums künftig sinnvoll in die lokalen Versorgungskonzepte eingebunden werden können. In Zusammenarbeit zwischen RheinEnergie und EVB können hier Synergie-Effekte für die Stadt Butzbach entstehen.

Das neue Rechenzentrum mit einer Leistung von bis zu 40 Megawatt wird auf einem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück im Gewerbe- und Industriegebiet Nord errichtet werden. In den kommenden Monaten werden zwischen allen beteiligten Partnern weitere vertiefende Gespräche geführt werden. Ziel ist es, gemeinsam unter Mitwirkung der kommunalen Akteure eine tragfähige Perspektive für den Standort zu entwickeln. Dazu gehört auch, dass zusätzliche Investitionsmöglichkeiten wie die Revitalisierung einer Halle mit mehreren Handwerksbetrieben in Betracht gezogen werden.

Bildunterschrift: Gemeinsam im Austausch über die Zukunft des Standorts im Butzbacher Norden.
V.l.: Projektinitiator Sascha Neuburger (GIOIA UG), Manuel Gerdsmeyer (RheinEnergie AG), Bürgermeister Sascha Huber, Bernd Kröll mit Cornelia Butas, Thorsten Rausch (Energie und Versorgung Butzbach GmbH) und Wolfgang Bender (Stadtrat).