26.11.2025

Planungsphase offiziell gestartet

3. Bürgerwerkstatt zur Weiterentwicklung der Alten Schule in Bodenrod

Mit großer Beteiligung fand Anfang November die dritte Bürgerwerkstatt zur Zukunft der Alten Schule statt. Frau Geier (Stadtverwaltung Butzbach) begrüßte die zahlreichen Anwesenden und betonte, dass mit diesem Treffen der eigentliche Planungsprozess zur Weiterentwicklung des historischen Gebäudes beginne. Bereits im Vorfeld hatten eine gemeinsame Begehung mit dem beauftragten Planungsbüro sowie Abstimmungen mit der Unteren Denkmalpflege stattgefunden, um die Grundlagen für die nun folgende Planung zu schaffen.

Für die Erarbeitung der Planungsleistungen bis zum Bauantrag wurde das Büro „die bauhütte“ aus Mühlhausen (Thüringen) beauftragt. Projektleiter Dipl.-Ing. Arved Danz stellte sich der Dorfgemeinschaft persönlich vor und erläuterte erste Überlegungen zum Vorgehen. Im Anschluss fasste Frau Dr. Soboth, die das Verfahren begleitet, den bisherigen Stand der Diskussion zusammen und stellte die angestrebten Ziele sowie mögliche Nutzungen des Gebäudes vor. Die Alte Schule, ein sanierungsbedürftiges Einzelkulturdenkmal mit begrenzten Außenflächen und nicht barrierefreier Erschließung, bietet trotz ihres herausfordernden Zustands zahlreiche Potenziale für eine vielfältige Nutzung.

In einer offenen und konstruktiven Gesprächsrunde wurden die im Vorfeld entwickelten Nutzungsideen erneut bewertet. Ein breiter Konsens ergab sich dafür, Bücherei, kulturelle Leseveranstaltungen, ein Dorf-Café, einen Ausstellungsbereich zur Heimatgeschichte sowie Treffen wie Spieletreff, Skatclub, Frauenkreis oder Handarbeitsrunde in der Alten Schule zu verorten. Lediglich die Nutzung als Spielkreis für Kleinkinder soll noch einmal im Hinblick auf Platzbedarf und Möblierung geprüft werden – möglicherweise bietet sich hier eher das Dorfgemeinschaftshaus an.

Darauf aufbauend wurde gemeinsam über die räumliche Zuordnung der Funktionen nachgedacht. Der Eingangsbereich soll künftig als zentrale Diele fungieren. Im Erdgeschoss könnten auf der linken Seite eine Küchenzeile sowie Räume für kleinere Gruppentreffen, wie Spieletreff, Handarbeitsrunde oder Skatclub, untergebracht werden. Auf der rechten Seite sind die Bücherei, kulturelle Leseveranstaltungen, das Dorf-Café und der Frauenkreis vorgesehen. Das Obergeschoss soll ebenfalls klar strukturiert werden: Der ehemalige Betsaal soll wieder zu einem großen zusammenhängenden Raum geöffnet werden und künftig den Ausstellungsbereich Heimatgeschichte beherbergen. Auf der rechten Seite sind zwei kleinere Räume für Vereinsarbeit und Archivmaterial geplant.

Parallel zu den Nutzungsideen wurden die baulichen Herausforderungen intensiv diskutiert. Die Barrierefreiheit spielt dabei eine zentrale Rolle. Derzeit ist das Gebäude nicht barrierefrei zugänglich, weshalb verschiedene Varianten – von Rampe bis Plattformlift – geprüft werden sollen. Erste Einschätzungen deuten darauf hin, dass zumindest das Erdgeschoss auf der rechten Seite barrierefrei erreichbar gestaltet werden kann. Für die anderen Bereiche müssen weitere Lösungen erarbeitet werden, möglicherweise inklusive einer Absenkung der Kellerdecke, was jedoch zum Verlust der Kellerräume führen würde. Eine barrierefreie Toilette soll im Erdgeschoss eingeplant werden, während die bestehenden Badezimmer im Obergeschoss aus Sicht der Dorfgemeinschaft entfallen können.

Auch die sanierungsbedürftige, sehr steile Holztreppe zum Obergeschoss wurde thematisiert, ebenso wie der denkmalgerechte Rückbau späterer Einbauten. Dazu gehört beispielsweise das Entfernen einer Wand im Erdgeschoss oder das Wiederöffnen ehemals zugemauerter Fenster. Eine umfassende Dachsanierung ist zwingend erforderlich und muss in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz erfolgen. Für die Wärmeversorgung empfiehlt das Planungsbüro die Prüfung einer Innendämmung. Ob künftig eine Wärmepumpe, eine Infrarotheizung oder eine andere Lösung sinnvoll ist, muss die weitere Planung zeigen; derzeit wird das Gebäude noch mit einer Ölheizung betrieben. Zudem wird seitens der Verwaltung die Frage der notwendigen und nachzuweisenden Parkplätze geklärt.

Ein weiteres Treffen wird stattfinden, sobald der Planungsprozess weiter vorangeschritten ist. Die Einladung erfolgt wie gewohnt über die Stadtverwaltung Butzbach. Die Stadt dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr großes Engagement und freut sich auf die weitere gemeinsame Entwicklung dieses wichtigen historischen Gebäudes.

Volles Haus Anfang November: Die dritte Bürgerwerkstatt zur Zukunft der Alten Schule in Bodenrod stieß auf großes Interesse. Foto: Stadt Butzbach