Ein starkes Zeichen für gelebtes Miteinander setzt immer wieder die Nachbarschaftsgruppe „Kochen der Kulturen“ in der Gemeinwesenarbeit im Degerfeld.
Bei der jüngsten Kochaktion im Treffpunkt Degerfeld kamen erneut viele Menschen zusammen – darunter auch einige neue Gesichter. Inzwischen zählt die Gruppe über 30 aktive Mitwirkende, Tendenz steigend.
Doch hier geht es um weit mehr als nur ums Kochen: Für viele Teilnehmende bedeutet die gemeinsame Zeit, einmal abzuschalten, neue Menschen kennenzulernen und Freude am kreativen Tun zu erleben – mitten in der lebendigen Nachbarschaft. Neugier auf neue Rezepte, Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Generationen sowie das gemeinsame Lachen prägen die Treffen.
So auch beim letzten Mal, als 17 Hobbyköchinnen und -köche gemeinsam ein köstliches Menü zauberten: Mini-Quiche, frische Pasta, Salat mit Granatapfelkernen und zum Dessert Pfannkuchen mit selbstgemachtem Apfelkompott. Schon während des Kochens lag ein Hauch von Vorweihnacht in der Luft – Nelken, Kardamom und Sternanis verströmten ihren Duft, während im großen Gruppenraum emsig Nudelteig ausgerollt und Nudelmaschinen in Gang gesetzt wurden. Passend dazu gab es ein besonderes Getränk: Milch mit püriertem Kürbis, verfeinert mit einer selbstgemachten Pumpkin-Spice-Mischung aus Zimt, Ingwer, Muskat, Piment und Nelken.
Was sich an diesem Abend zeigte, war das lebendige Miteinander einer vielfältigen Nachbarschaft: Jung und Alt, Frauen und Männer, Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte kochten Seite an Seite, tauschten Geschichten aus und lachten gemeinsam. Rund um die Kochinsel herrschte fröhliche Betriebsamkeit, während im Saal von einem neuen Teilnehmer liebevoll Servietten gefaltet und der Tisch gedeckt wurde. Und als die einzige Nudelmaschine nicht ausreichte, war schnell Hilfe aus der Nachbarschaft zur Stelle – kurz darauf drehte eine zweite fleißig ihre Runden.
Dieser Tag machte deutlich: Wenn Menschen zusammenkommen, entsteht Gemeinschaft. Viele Teilnehmende erzählten, wie gut es tut, Sorgen für eine Weile loszulassen und sich in einer offenen, herzlichen Runde wiederzufinden. Eine neue Mitwirkende brachte es am Ende auf den Punkt: „Ich bin froh, hier so viele
verschiedene Menschen kennengelernt zu haben – und zu spüren, dass uns die Freude am Miteinander verbindet.“
Die Gemeinwesenarbeit Degerfeld betont: Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Spaltungen zunehmen, ist es wichtig, das Verbindende wieder zu erleben. „Kochen der Kulturen“ zeigt immer wieder, wie einfach und schön das sein kann – mit einem gemeinsamen Essen, einem Lächeln und offenem Herzen.
Wer auch mitmachen will kann sich gerne bei der Gemeinwesenarbeit im Treffpunkt Degerfeld melden: Carolin Wirtgen, Treffpunkt Degerfeld, John-F.-Kennedy Straße 63, E-Mail: carolin.wirtgen@stadt-butzbach.de.
Die Gemeinwesenarbeit im Degerfeld wird aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sowie der Stadt Butzbach gefördert. Sie trägt maßgeblich dazu bei, Nachbarschaft und Gemeinschaft vor Ort positiv zu gestalten und zu stärken.



Die Nachbarschaftsgruppe „Kochen der Kulturen“ beim Austausch am gedeckten Tisch.
Fotos: Stadt Butzbach
