Ausstellungsprojekt der KulturRegion FrankfurtRheinMain wird vom 1. bis 22. Oktober im Bürger-Service der Stadt Butzbach ausgestellt
Wo findet Demokratie statt? Im Parlament, im Rathaus – oder auch in einer Mehrzweckhalle? Das regionale Ausstellungsprojekt „Räume der Demokratie. Vom Ratssaal bis zur Mehrzweckhalle“ der KulturRegion FrankfurtRheinMain richtet den Blick auf Orte, an denen Menschen zusammenkommen, diskutieren und Entscheidungen für ihr unmittelbares Lebensumfeld treffen. Die Stadt Butzbach beteiligt sich an dem Projekt und zeigt vom 1. bis 22. Oktober 2026 eine Ausstellungsstele im Eingangsbereich des Bürger-Service im Rathaus.
Im Mittelpunkt des Butzbacher Beitrags steht der Wappensaal im Landgrafenschloss. Der historische Raum ist heute nicht nur ein Sitzungsort kommunaler Gremien. Er ist auch ein Ort, an dem die jüngsten Bürgerinnen und Bürger der Stadt erfahren, was demokratische Mitbestimmung ganz praktisch bedeutet: Hier kommt das Butzbacher Kinderparlament zusammen.
Damit verbindet der Wappensaal auf besondere Weise Geschichte und Gegenwart. Nach dem Abzug der US-Streitkräfte im Jahr 1991 und mehreren Jahren des Leerstands wurde ab 1998 das historische Gebäudeensemble grundlegend saniert und für eine zivile Nutzung umgebaut. Im Jahr 2002 zog die Stadtverwaltung ein; am 28. September 2002 wurde das neue Rathaus im Landgrafenschloss offiziell eingeweiht. Aus einem ehemals militärisch genutzten Ort wurde damit wieder ein öffentlicher Raum für Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft.
Kinder erleben Demokratie dort, wo auch die Erwachsenen beraten
Eine besondere Bedeutung erhält der Wappensaal durch das Butzbacher Kinderparlament. Es wurde 2021 gegründet. Die Idee entstand im Umfeld der Gönser Grundschule, die auf dem Weg zur Kinderrechte-Schule war. Gemeinsam mit Makista e. V. wurden die Butzbacher Grundschulen für die Idee einer dauerhaften Kindervertretung gewonnen. Bereits im November 2021 wurde das erste Kinderparlament gewählt.
Heute besteht das Kinderparlament aus Vertreterinnen und Vertretern aller Butzbacher Grundschulen. Jede Schule kann bis zu vier Kinder entsenden. Gewählt werden sie von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern für jeweils ein Jahr.
Dabei geht es nicht um ein Planspiel ohne Folgen. Das Kinderparlament soll die Interessen der Butzbacher Kinder vertreten und eine Brücke zwischen ihnen, der Stadtverwaltung und den politischen Gremien bilden. Die Kinder benennen Themen, die ihnen wichtig sind, diskutieren darüber, formulieren Vorschläge und tragen Anliegen aus ihren Schulen in das Parlament. Themen der vergangenen Jahre waren beispielsweise Klima- und Umweltschutz, Spielplätze und die Entwicklung der Stadt.
Im Wappensaal sitzen die Kinder dabei an einem Ort, an dem auch erwachsene Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik beraten. So wird aus einem historischen Sitzungssaal ein Lern- und Erfahrungsraum für Demokratie.
Was das für die Kinder selbst bedeutet, bringen sie am besten mit ihren eigenen Worten auf den Punkt. Der achtjährige Jonas sagt: „Mir macht das Diskutieren Spaß.“ Für den zehnjährigen Tyrese ist besonders wichtig, „dass man mitbestimmen darf“. Und Frida, zehn Jahre alt, erklärt ihre Motivation für die Mitarbeit im Kinderparlament damit, dass sie es toll findet, „dass Kinder ihre Meinung sagen dürfen“.
Die Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen sollen in Butzbach künftig weiter ausgebaut werden. Ergänzend zum Kinderparlament ist die Einrichtung eines Jugendparlaments vorgesehen. Gemeinsam mit Makista e. V. und den weiterführenden Schulen sollen im Herbst die nächsten Schritte auf den Weg gebracht werden.
Das Ausstellungsprojekt wird gefördert durch die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und WDC 2026.

Foto: Stadt Butzbach
