07.08.2025

Zertifikatsübergabe im Dialogformat für zugewanderte Männer

Gemeinwesenarbeit und FiM e.V. schließen Veranstaltungsreihe zu Männlichkeit, Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit erfolgreich ab

Seit Ende 2022 hat die Gemeinwesenarbeit mit dem Träger FiM e.V. (Frauenrecht ist Menschenrecht) mit zugewanderten Männern in deren Projekt „man. – männlich. anders. neu. – Gemeinsam für Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit“ zusammengearbeitet. In verschiedensten Modulen kamen hier Männer muttersprachlich in intensiven Dialog und Reflexion über gesellschaftliches Zusammenleben im Kontext von Zuwanderung, gesellschaftlicher Teilhabe, Geschlechterrollen, Gewaltfreiheit und Vielfalt in der deutschen Einwanderungsgesellschaft in Austausch.

Die Männer, die eine neue Heimat in Butzbach gefunden haben, reflektierten mit qualifizierten Multiplikatoren über Männlichkeit und Rollenbilder im Spannungsfeld von patriarchalen und gleichberechtigen demokratischen Vorstellungen des Zusammenlebens. Ein sehr großer Gewinn war hier die Muttersprache, was von der Männergruppe in deren Rückmeldungen sehr geschätzt wurde.

Die afghanischen Männer wünschten sich im Verlauf des Jahres 2025 selbst das Thema Kinderrechte zu behandeln, so dass die Gemeinwesenarbeit hier mit FiM e.V. ins Gespräch kam. Eine ebenso muttersprachliche Referentin, mit der die Gemeinwesenarbeiterin bereits in Frauenthemenveranstaltungen zu eben diesen Bildungsthemen zusammen arbeitete, kam mehrmals in die Gruppe. Das Interesse war groß. Das Butzbacher Lernlabor Kinderrechte flankierte damals das Angebot anschaulich. Themen rund um Kinderrechte und Unterstützungsangebote in Deutschland – etwa von Seiten des Jugendamtes – wurden auf Augenhöhe besprochen.

In den verschiedenen Modulen arbeiteten die männlichen Multiplikatoren auch intensiv anhand von Biographiearbeit und kamen mit interaktiven Mitteln wie Rollenspiele miteinander über Menschenrechte in Austausch. Die eigenen Lebenserfahrungen aus dem Herkunftsland wurden in den Austausch miteinbezogen.

Das Dialogformat bot Orientierung, um Inklusion für zugewanderte Männer in der deutschen Mehrheitsgesellschaft zu erleichtern. Es bot einen geschützten Rahmen, um sich mit einer konstanten Gruppe über gewaltfreie Kommunikation auszutauschen und setzte damit präventiv bei den Männern an, um Gewalt zu verhindern.  

FIM e.V. ist Schwerpunktträger im „2RegionenNetzwerk“ aus neun Trägern in Hessen, das mit einer Förderung des Landes gegen Ehrgewalt berät und präventiv arbeitet.

Mit dem Projekt „man. Männlich, anders, neu. Gemeinsam für Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit“ wird die Arbeit durch das hessenweite Netzwerk getragen. Die Gemeinwesenarbeit bietet einen Beitrag zur gesellschaftlichen Inklusion und hatte das Format ins Quartier Degerfeld geholt. Nun haben die teilnehmenden Männer kürzlich ihre Teilnehmerzertifikate erhalten.

Die Angebote der Gemeinwesenarbeit zur gesellschaftlichen Teilhabe aller Menschen im Quartier werden gefördert aus Mitteln der Stadt Butzbach und aus Mitteln des Hessischen Sozialministeriums.