09.04.2026

Das Abenteuer geht weiter

Neue Kunstwerke in der Ausstellung „Kunst aus Metall“ enthüllt

Zur Halbzeit der Ausstellung „Kunst aus Metall – Ein heißes Abenteuer“ im Gewölbekeller des Solmser Schlosses hat der Künstler Rudolf Lindenthal aus Münster zwei neue Werke, ebenfalls aus Metall, geschaffen, die am zweiten Sonntag im März enthüllt wurden. „Dass ein Künstler mit 82 Jahren immer noch weiterarbeitet, ist ein stiller Triumph“, so Kunsthistorikerin Christine Borchers-Fanslau, die die Ausstellung kuratierte, bei ihrer Einführung. „Es ist ein Beweis dafür, dass Kreativität kein Alter kennt, dass Neugier nicht ermüdet und dass ein inneres Feuer manchmal gerade im Spätwerk am klarsten brennt.“

 „Das zerrissene Individuum“ zeigt das Antlitz einer männlichen Person, buchstäblich zerrissen, auf einem ebenso zerrissenen Hintergrund. „Der Mensch in der Kunst ist eines der ältesten, reichsten und zugleich wandelbarsten Themen überhaupt“, erklärt Borchers-Fanslau. Der Titel dieses Werkes würde uns sofort in die Gegenwart katapultieren – zerrissen zwischen Erwartungen, Rollen, Möglichkeiten, zwischen dem, „was wir sein wollen und dem, was wir sein sollen“. Das Werk mache sichtbar, was wir oft verbergen: Bruchlinien, Spannungen, das Ringen um Einheit. Der Künstler bezieht das auch auf sich selbst, handelt sich dabei doch um ein Selbstportrait.

„Das zweite Werk – Urtierchen – kann man als Gegenpol bezeichnen, fast ein Urknall im Kleinen“, vergleicht es die Kunsthistorikerin mit der Entstehung des Lebens. „Es ist, als würde uns der Künstler daran erinnern, dass wir alle aus etwas Ursprünglichem hervorgegangen sind, dass in uns – trotz aller Zerrissenheit – ein Kern liegt, der unverlierbar ist.“

Beide Werke würden eine Geschichte erzählen: vom Menschen zwischen Ursprung und Gegenwart, zwischen Verletzlichkeit und Kraft. „Und sie erzählen etwas über ihren Schöpfer“, wie die Kuratorin sagt, „über einen Künstler, der mit 82 Jahren nicht zurückblickt, sondern weiterfragt; der nicht resümiert, sondern riskiert; der nicht verwaltet, sondern erschafft.“

Die Ausstellung ist noch bis zum „Tag des offenen Denkmals“ am Wochenende 12./13. September 2026 im Solmser Schloss zu sehen, und zwar jedes zweite Wochenende im Monat zu den Öffnungszeiten des Museums: samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie Sonntagvormittag von 10 bis 12 Uhr, so auch am kommenden Wochenende.

Künstler Rudolf Lindenthal (links) mit Besuchern seiner Ausstellung: „Der Austausch über Kunstwerke ist äußerst kommunikativ und macht Spaß.“ Foto: Rüdiger Fanslau